SPD kürt Kandidaten für Bürgermeisteramt – Thomas Kreuder einstimmig gewählt

FR vom 2. 11. 2020

SPD kürt Kandidaten für Bürgermeisteramt
Thomas Kreuder einstimmig gewählt

VON ALEXANDER SCHNEIDER

Hätte Thomas Kreuder einen Gegenkandidaten gehabt – seine 20-minütige Bewerbungsrede für die OB-Kandidatur der SPD bei der Wahl am 14. März hätte auch dann kaum angriffslustiger, aufrüttelnder und selbstbewusster sein können. Dabei musste der Bewerber mit seiner flammenden Rede keines der 44 im Gonzenheimer Vereinshaus versammelten Mitglieder überzeugen. Das Wahlergebnis: 44 von 44 Stimmen für ihn.
„100 Prozent ist ganz gut, aber jetzt geht’s erst richtig los, lasst uns anfangen, wer wagt gewinnt“, quittierte Kreuder den an ihn ergangenen Auftrag, OB Alexander Hetjes (CDU) abzulösen.
Dabei fiel der Name des aktuellen Rathauschefs nicht einmal in der Rede Kreuders, er sprach stets nur vom „Noch-Amtsinhaber“. Dass die Wähler diese Vokabel in Stimmen für den SPD-Mann ummünzen werden, davon zeigten sich Partei und Kandidat fest überzeugt. Parteichefin Elke Barth hatte sich eingangs zwar optimistisch gegeben: „Erste Etappe Stichwahl, und dann sehen wir weiter . . .“ Kreuder hingegen ist da deutlich optimistischer. Er könne OB und er werde OB, so viel sei jetzt schon sicher.
Immer wieder wurde er durch Applaus unterbrochen. Seine Eckpunkte: Wohnraum schaffen, die Verkehrswende schaffen, dem Klimawandel trotzen, eine dem Bürger zugewandte Stadtpolitik machen. Bad Homburg solle binnen sechs Jahren klimaneutral werden.

Beim Parteitag ging es aber nicht nur um die Nominierung Kreuders – es wurde auch die Kandidatenliste für die Kommunalwahl verabschiedet. Alle sieben derzeitigen Fraktionsmitglieder sind unter den ersten zwölf Bewerbern, auch die drei Magistratsmitglieder, deren Berufung in die Stadtregierung aber Raum für Nachrücker bieten dürfte. Geht es nach der Kurstadt-SPD, wird aber weit mehr Personal gebraucht, denn Spitzenkandidat Kreuder gab am Freitag vor seinen begeisterten Anhängern als „Zielgröße“ für die Kommunalwahl 30 Prozent vor – was bei einem Ergebnis von 14,9 Prozent beim Urnengang 2016 eine Verdoppelung wäre.