Die Krise überwinden

Die Krise überwinden

Die Corona-Pandemie hat uns weiter fest im Griff. Unsere Geduld und Solidarität, unsere Kräfte werden auf eine harte Probe gestellt. Noch auf Wochen wird das öffentliche Leben auf ein Minimum beschränkt sein. Geschlossene Restaurants, Kultureinrichtungen, Sportstätten und vieles mehr. Viele, die gerade wieder Hoffnung geschöpft hatten, aus der Krise zu kommen, sind erneut zurück geworfen. Auch Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen sind wieder betroffen.

Mehr denn je gilt, besonnen und solidarisch zu handeln. Nur dadurch werden die Beschränkungen so bald wie möglich wieder gelockert werden können. Und wir sollten Ideen und Kräfte mobilisieren, um die Belastungen durch die Infektionsschutzmaßnahmen auf das geringst mögliche Maß zu begrenzen.

Der Wert sozialdemokratischer Politik, Positionen und Inhalte ist in der Corona-Krise überdeutlich geworden:

  • Intakte öffentliche Infrastrukturen;
  • Ein starkes, leistungsfähiges und in der Fläche breit aufgestelltes Gesundheitssystem;
  • Anständige Arbeitsbedingungen und Vergütungen;
  • Aktive Familienpolitik mit Kinderbetreuung.

Insgesamt ist Deutschland vergleichsweise gut durch diese Krise gekommen. Die weit überwiegende Mehrheit hat sich besonnen und solidarisch gezeigt. Dafür gebührt ihnen Dank! Besondere Anerkennung, vor allem aber anständige Arbeitsbedingungen und Vergütungen haben diejenigen verdient, die sich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, bei Rettungsdiensten etc. außerordentlich eingesetzt haben und weiter einsetzen. Gleiches gilt für die anderen „Helden in systemrelevanten Bereichen“, im Handel und der Logistik, der Nahrungsmittelherstellung, bei Feuerwehr und Polizei sowie viele, viele andere.

Mehr als nur Dank gebührt Müttern und Vätern, die „Homeoffice“ und „Homeschooling“ meisterten, die vor Geschäften Schlange standen und hoffentlich nur selten vor „leer gehamsterten“ Regalen.

Demut und Geduld

Es gibt auch viel Anlass zur Kritik. Die „Impfstrategie“ hält nicht, was sie versprach. Das Anmeldeverfahren der Landesregierung verlief chaotisch, es ist unklar, wie es mit dem Schulunterricht weiter geht. Die Auszahlung der Corona-Hilfen stockt. Die Situation ist zermürbend, es fehlen konkrete Perspektiven. Die Belastungen durch „Corona“ haben uns alle ermüdet.

Aber es gibt auch Anzeichen der Besserung. Wir in Bad Homburg leben Solidarität, sollten das Gute sehen und auf Fortschritte setzen. Mit den jetzt begonnenen Impfungen wird das Ende der Pandemie absehbar. Das Impfen von Millionen Menschen in Deutschland dauert. Aber klar ist: Die Tage von „Corona“ sind gezählt. Das ist eine große Leistung. Bei aller Enttäuschung, allem Ärger über Pannen, die wir erleben und sicher noch erleben werden, sollten wir den Erfolg nicht übersehen. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass wir eine Pandemie in überschaubarer Zeit mit unseren Mitteln beenden werden. Die digitalen Technologien, die viele Lebensbereiche weiter funktionieren lassen, sind noch nicht alt. Die medizinischen Erkenntnisse, auf denen nun die Impfstoffe beruhen, sind noch viel jünger. Mit Hilfe von Wissenschaft, unserer Kreativität, unserem Zusammenhalt und ungebrochenem Lebensmut besiegen wir ein Virus, das frühere Generationen über Jahrzehnte gequält hätte. Und: Uns in Deutschland geht es vergleichsweise gut, wir haben Aussicht auf Besserung. Für viele andere Länder der Welt steht überhaupt noch nicht fest, ob sie in diesem Jahr Impfstoffe erhalten werden. Und es hilft Geduld: wenn wir uns klarmachen, dass es aus objektiven Gründen noch etwas dauern wird, werden wir weniger enttäuscht sein.

Wir sind auf die Zielgerade eingebogen, wir haben Grund zu Freude und Zuversicht.

Kindern und Jugendlichen zuwenden

Wir müssen uns Kindern und Jugendlichen zuwenden. Ihre Lage ist besonders kritisch. Seit „Corona“ ist für sie vieles anders: kein Kindergarten, keine Schule. Stattdessen mussten sie zu Hause bleiben, mussten zuweilen sogar den Kontakt zu Großeltern und anderen Verwandten und Freunden meiden. Wer ermisst, was kleine Kinder empfanden, die nicht wie gewohnt in den Arm genommen und getröstet wurden ? Nicht nur für Eltern, sondern vor allem für Schülerinnen und Schüler bestimmte nun „Homeschooling“ den Alltag und schuf Ungewissheit, was aus ihren Prüfungen werden würde. Was wird aus ihrer Abschlussnote werden? Wird sie für den das angestrebte Studium reichen? Momente, auf die sich viele gefreut hatten, Feiern, Zeugnisübergaben, Abschlussbälle und -fahrten – unwiederbringlich abgesagt und verloren. Dazu: Langeweile, geschlossene Sporteinrichtungen und Clubs. Und nicht zuletzt werden manche das wunderbare Abenteuer der Liebe erst verzögert auskosten können. Lassen Sie uns besonnen und solidarisch sein, damit die verbliebenen Freiräume für Jugendliche erhalten bleiben, damit Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen offen bleiben können.

Die „Generation Corona“ kann von vielfältigen Verlusterfahrungen berichten. Viele müssen nun am Ende von Ausbildung und Studium feststellen, dass die erhoffte Anstellung ausbleibt, weil die Unternehmen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten zögern. Und viele andere sehen sich in ihrem Ausbildungswunsch gebremst, weil Ausbildungsplätze fehlen. Viele stehen vor einem Studium ohne den Kontakt zu ihren Kommiliton:innen. Die gegenseitige Hilfe beim Orientieren fehlt, die Ermutigung in einem ungewohnten Umfeld. Wichtig ist auch hier, jede Anstrengung zu unternehmen, Chancen für Jugendliche zu eröffnen.

Ältere nicht vergessen

Das jammervolle Dasein Älterer in Einsamkeit während des „Lockdowns“ im letzten Frühjahr darf sich nicht wiederholen. Hier sind alle Anstrengungen gefordert, die Sicherheit von Bewohnern von Betreuungseinrichtungen und der Pflegekräfte einerseits und das Aufrechterhalten von sozialen Kontakten zu Familie und Freunden andererseits in Einklang zu bringen. Auch hier greifen wieder viele Einschränkungen. Es liegt an uns, dass nicht noch drastischere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Die Corona-Krise hat immense Belastungen gebracht. Sie hat wie ein Brennglas Schwächen und Defizite aufgezeigt: bei der Kinderbetreuung, in der sozialen Absicherung in Selbständigkeit und Kurzarbeit, im Bildungswesen, der Chancengerechtigkeit, der technischen Ausstattung, bei Infrastrukturen, Digitalisierung und, und, und. Auf viele dieser Schwächen hat die SPD schon lange zuvor aufmerksam gemacht – wenn auch nicht immer populär oder mit der nötigen Außenwirkung. Bei vielen Themen aber hat sie den Betroffenen eine Stimme gegeben, ihre Nöte und Anliegen öffentlich gemacht. Die SPD hat in Bund und Ländern gehandelt: Die Hilfsprogramme sind beispiellos in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und bestärken mich wie schon so oft in meinem Leben in meiner politischen Grundeinstellung: feste, sozialdemokratische Werte sind für eine gerechte und solidarische, also eine funktionierende, zukunftsorientierte Gesellschaft unabdingbar.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat recht: Die Pandemie kann uns nicht die Zukunft nehmen !

Lehren aus der Krise ziehen

Wir müssen die richtigen Lehren aus der Krise ziehen. Dazu gehört, nicht ersten Reflexen zu folgen und uns abzuschotten, sondern zusammen zu arbeiten, sich untereinander zu helfen, Kräfte zu bündeln. Die intensive wissenschaftliche Kooperation über Ländergrenzen hinweg hat die schnelle Entwicklung der Impfstoffe ermöglicht. Es gilt, unsere Gesellschaft zu stärken und widerstandsfähiger zu machen. Das bedeutet, kein „Weiter so“, sondern erkannte Schwächen beseitigen, Lücken schließen, Stärken ausbauen.

Bei uns in Bad Homburg stellen sich viele Fragen. Welche Konsequenzen ergeben sich für Stadt- und Verkehrsplanung, für Gewerbeansiedlungen ? Wie soll es weitergehen mit Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Kur- und Kongresswesen ? Subventionen sind auf Dauer keine Lösung. Es gilt, die Kreativität der Gewerbetreibenden zu mobilisieren, sie in ihren Ideen zu stärken und zu fördern, ihnen Raum und neue Entfaltungsmöglichkeiten zu geben.

Viele Veränderungen und Anpassungen, die die Krise erzwungen hat, werden bleiben. „Homeoffice“ ist nur ein Beispiel. Die Erfahrungen der Krise lehren: Grundlegender Wandel ist möglich. Dinge, die noch vor einen Jahr jede Fantasie überstiegen, sind nun Realität. Viel Neues und viele zukunftsgerichtete Entwicklungen sind möglich. Wir sollten die Erfahrungen der Krise nutzbar machen. Je mehr Ideen und Initiativen, desto besser. Ich lade dazu ein.

Und ich glaube daran, dass Rücksichtnahme und Solidarität untereinander zunehmen werden.

Ich möchte Ihr Bad Homburger Oberbürgermeister werden! Ich bin mir der Verantwortung dieses Amtes und seiner Aufgaben bewusst. Ich verspreche Ihnen, mich mit all meiner Kraft und Kreativität, meinem Optimismus, all meinem Wissen und meiner Erfahrung einzusetzen.

Krisenbewältigung ist für mich Chefsache !

Ich freue mich über Ihr entgegengebrachtes Vertrauen.

Erfahren Sie mehr über meine Motive zur Kandidatur und konkreten Pläne für unsere Stadt.

Mehr wagen ! – die Krise überwinden für ein freundliches, sozial gerechtes und modernes, klimaneutrales  Bad Homburg!